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Test: For Honor im Test für die PS4 – Metzeln bis die Rüstung knackt


Souly
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52f745bd78cc6312502d065d7613b1e1.pngLange war es heiß erwartet und mittlerweile laufen die Schlachten schon ein ganzes Weilchen. Ubisoft schickt mit For Honor ein Multiplayergemetzel der besonderen Art an den Start und möchte so neue Maßstäbe setzen. Ob es gelingt oder ob For Honor auch nur ein 0/8/15 Online-Shooter mit Schwertern ist, erfahrt ihr wie immer in unserem Test.

Für Ruhm und Ehre

For Honor. Ein lang ersehnter Titel, der auch sehr gehyped wurde. Ubisoft schickt mit seinem Multiplayer-Titel eine Mischung aus MOBA und Third-Person-Kampf ins Rennen. Eine interessante Mischung, die großes erhoffen lässt. Schon die Closed- und Open Beta waren sehr stark von Spielern genutzt worden. Nach nun einigen Monaten nach Release lässt sich sagen, dass For Honor vieles richtig, aber auch einiges falsch macht. Doch erst einmal von vorne. For Honor spielt in einer fiktiven Welt im Mittelaltersetting. Die Welt wurde durch eine große Katastrophe beinahe vernichtet und die Überlebenden kämpfen um die letzten, lebenswichtigen Ressourcen. Die drei Fraktionen, die sich in dieser Welt bekriegen sind Ritter, Wikinger und Samurai. Das Spiel spielt nun eintausend Jahre nach der Katastrophe. Die Kämpfer wissen zwar gar nicht mehr, warum sie eigentlich gegeneinander kämpfen, sie tun es aber einfach trotzdem, nicht zuletzt auch, weil es eine Fraktion gibt, die den Krieg der Völker beabsichtigt anstachelt. Dies ist also die Grundstory. Wie erwartet darf man sich nun eine der drei Hauptfraktionen anschließen und für Ruhm und Ehre in die Schlacht ziehen, um dem Gegner die Rüstung zu verbeulen. Die Fraktionswahl hat glücklicherweise nur minimalen Einfluss auf das tatsächliche Spiel, da man für die Kämpfe alle Fraktionen spielen kann. Die Fraktionswahl ist lediglich für eine Art "Fraktionskrieg" ohne tatsächliche Kämpfe relevant. Schwer zu erklären, doch dazu später mehr.

 

 

Meister des Duells

Der Star des Spiels ist ganz eindeutig das ausgeklügelte Kampfsystem, mit dem es zu sehr taktischen Kämpfen kommt, die einer Schwertkampf-Simulation ähneln. Einfach nur irgendwelche Knöpfe drücken funktioniert in For Honor in den meisten Fällen nicht. Eine geschickte Kombination aus Blocken, Ausweichen und Schlagen ist der Schlüssel zum Sieg. Dabei verhält sich der Kampf äußerst Träge, was die Bedeutung des Blockens und des Ausweichens noch mehr hervorhebt. Hat man das mit dem Blocken, Ausweichen, leichten und schweren Angriffen irgendwann heraus, gibt es für jeden der 12 spielbaren Kämpfer noch spezielle Kombinationen und Fähigkeiten. Bis man schon für einen Kämpfer alle Kniffe verinnerlicht hat, dauert es schon eine Weile. Auch ist es vorteilhaft sich bewusst zu machen, gegen wen man da gerade kämpft und welche Stärken und Schwächen ein Kämpfer hat. Der bärtige Wikinger mit Schild kann aus allen Richtungen blocken, ist dafür aber sehr langsam. Das Gegenstück dazu ist die mit zwei Äxten ausgestattete Wikingerassasine. Schnell und wendig, jedoch leicht in der Überzahl zu besiegen. Wem die Kombinationen noch nicht genug sind, der findet zusätzlich noch einzigartige Spezialfähigkeiten für jeden Kämpfer. Diese können Aktiv oder Passiv sein und einen entscheidenden Unterschied machen. So kann besagter Wikinger mit Schild zum Beispiel besonders schnell Kameraden wiederbeleben. Dazu kommen noch Item-, Level- und Upgradesystem. For Honor ist also unglaublich vielschichtig in seiner Kämpfervariation, was eigentlich jedes Spiel völlig anders gestalten kann, als das vorhergehende.

Tu es für die Ehre!

Neben der Vielseitigkeit bei den Kämpfern, bietet For Honor auch jede Menge Spielmodi an, um alle Geschmäcker zu befriedigen. Der populärste Spielmodus ist hierbei der Herrschaftsmodus. Diese Variante ist ein 4 vs 4 Modus, bei dem man mit seinem Team möglichst viele Punkte erobern und halten muss. Dies erinnert ein wenig an Battlefield. Auf dem Schlachtfeld tummeln sich aber auch kleine Soldaten, die mit einem Schlag getötet werden können, was in etwa den Minions in typischen MOBAs entspricht. Hält man viele Punkte, tötet einige Fußsoldaten und kann sich gegen die feindlichen Helden bewähren, ticken die Punkte des Gegners allmählich herunter, bis sie nicht mehr Respawnen können. Hat man dann alle feindlichen Helden getötet, ist die Schlacht gewonnen. Weitere Modi sind zum Beispiel ein 2 vs 2 Handgemenge, bei dem es darum geht die beiden feindlichen Helden in einem best of 5 zu töten. Ähnlich verhält es sich mit dem 1 vs 1 Duell, oder dem Vernichtungsmodus (4 vs 4). Der Vernichtungsmodus ist sogar recht interessant, da es ein wenig wie ein klassisches Team-Deathmatch funktioniert. In Last-Man-Standing Manier gewinnt das Team die Runde, welches am Ende noch lebende Krieger auf dem Feld stehen hat. Hier sind die Exekutionen besonders wichtig, damit der Gegner seine Kameraden nicht wiederbeleben kann. Wem der Multiplayer nicht so zusagt, der findet in For Honor auch eine wirklich gut gestaltete Single-Player Kampagne. Nicht selbstverständlich für einen Onlinetitel. In der Story geht es, nur um es grob zu beschreiben und nicht zu spoilern, um die Schwarzenfels Fraktion, jene, die die anderen Fraktionen seit jeher aufstachelt. In drei Kampagnen, jeweils als Ritter, Samurai und Wikinger, wird hier eine gut geschriebene Story verfolgt. Der Anspruch ist ebenfalls sehr knackig. Wenn man die Kampagne in einem der schwereren Stufen spielt, hat man hier eine echte Herausforderung und kann so auch einiges für den Multiplayer lernen. Das schöne ist, dass man für jede Mission die Schwierigkeit bestimmen kann. Kommt man also einmal nicht mehr weiter, geht man es für diese Mission eben etwas seichter an. Sehr schön gelöst wie ich finde.

Kriegspartei

Ein weiterer Aspekt von For Honor ist der Fraktionskrieg. Wie schon erwähnt, wählt man zu Beginn eine Fraktion aus, für die man Kämpfen möchte. Diese ist später im Übrigen auch wieder wechselbar. Mit jeder Schlacht die man austrägt, sammelt man Kriegsressourcen, welche für den Fraktionskrieg eingesetzt werden. Dies passiert entweder automatisch, oder man verteilt die Ressourcen manuell auf bestimmte Gebiete. Der Krieg selbst sieht dann ziemlich unspektakulär aus. Man sieht eine Karte mit Gebieten, welche umkämpft werden. Je nachdem wie viele Ressourcen eingesetzt werden, gewinnt eine Fraktion die Oberhand über ein Gebiet und nimmt dieses ein. Für den Besitz von Gebieten, gibt es für alle Spieler der Fraktion bestimmte Boni im Kampf und Gegenstandsbelohnungen für die Teilnahme am Krieg. Ein ganz nettes Gimmick, aber so richtig vom Hocker haut einen das irgendwie auch nicht. Doch es gibt so manches, was nicht so richtig rund läuft in For Honor. Der Punkt ist der, wenn ich einen Fraktionskrieg quasi storymäßig in das Spiel einbaue, dann erwarte ich eigentlich auch, dass dieser Krieg im Multiplayer irgendwie spürbar ist. Ich wäre davon ausgegangen, dass Wikinger gegen Ritter gegen Samurai kämpfen. Im Multiplayer ist dies aber nicht merkbar, da an jeder Schlacht in einem Team alle drei Fraktionen vorhanden sein können. Das bietet zwar weniger Angriffsfläche in der Balance, macht aber logisch gesehen eigentlich keinen Sinn. Ich finde, hier hätte man viel mehr mit der Identität der Fraktionen spielen können. Das würde auch beim Spieler einen ganz anderen Einfluss auf das Zusammengehörigkeitsgefühl geben und so den Fraktionskrieg viel besser ausgestalten. Schade eigentlich. Ein richtig dickes Minus gibt es für Ubisofts Server-Politik. Zwar ist die Spieleschmiede mehr als bekannt für schlechte Serverinfrastruktur, bei For Honor leisten sie sich allerdings ein ganz dickes No-Go. Bei einem Spiel, das sein Hauptaugenmerk auf Onlineschlachten legt, sind peer-to-peer Server wirklich eine sehr schlechte Wahl. Für die technisch weniger versierten: Ubisoft stellt selbst keine Server bereit, sondern ein Spieler in der Schlacht ist quasi der Bereitsteller des Kampfes. Wenn dieser eine schlechte Internetverbindung hat oder das Spiel vorzeitig verlässt, fliegt man aus dem Spiel raus. Das passiert sogar ziemlich oft und ist ungemein frustrierend. Dazu kommt, dass Ubisoft selbst für den Single-Player Always On fordert, man also eine ständige Internetverbindung benötigt. Wozu? Es bleibt ein Rätsel.

Noch ein paar Worte zur Technik

Mal von den desaströsen Serverbedingungen abgesehen, macht sich For Honor technisch wirklich gut. Die Spielsteuerung ist zwar umfangreich, aber schnell in der Hand. Easy to learn, hard to master ist hier wohl die richtige Bezeichnung. Durch den Umfang an Aktionen, braucht man eine Weile, um alle Kniffe zu beherrschen, man kann aber ziemlich fix die ersten Erfolge verbuchen. Somit ist eigentlich für alle Spielertypen gesorgt. Wenn man die Singleplayer Kampagne etwas spielt, wird man auch recht schnell die etwas schwereren Kombinationen erlernen und kann sich so im Multiplayer besser behaupten. Grafisch ist For Honor eine Wucht. Die Farben sind schön düster gehalten und tragen ungemein zur Stimmung bei. Alles wirkt dreckig und schmuddelig, wie es in einem kriegerischen Mittelaltersetting sein soll. Das Spiel hat zwar auch ziemlich brutale Szenen, setzt aber nicht zu stark auf Blut und Splatter, was ich persönlich sehr angenehm finde. Allerdings gibt es da sicherlich auch Spieler, die dort gerne etwas mehr Realismus gehabt hätten. Schlägt man einem Menschen den Kopf ab, kommt da eben ziemlich viel rote Suppe raus. Ich denke, das ist Geschmackssache. Bugs konnte ich während meines Tests nicht feststellen. Bei mir lief alles flüssig, es gab keine Clippingfehler oder irgendwelche anderen gravierenden Störungen. Die Soundkulisse ist auch sehr stimmig. Hier ist ein Wechsel zwischen heroischer, sanft-instrumentaler Musik und starken, schnellen Klängen zu erkennen. Die Effekte tragen zu dieser Stimmung ebenfalls gut bei. Das Krachen der Schwerter auf Rüstungen, das Schlitzen durch Haut und einschlagende Ballistenbolzen wirft einen direkt in das Kampfgetümmel. Wirklich sehr stimmungsvoll.

Kampferprobter Veteran

For Honor bietet natürlich eine Platintrophäe an, welche allerdings ein ziemlich harter Brocken ist. Bisher besitzt nach meinen Recherchen noch niemand die Platintrophäe. Dies ist allerdings bisher auch noch gar nicht möglich, da die derzeitige Saison noch nicht vorüber ist und es eine Trophäe dafür gibt, in zwei hintereinander folgenden Saisons ein Match zu bestreiten. Da die Saison allerdings bald endet, dürften sich demnächst die ersten Platinbesitzer einfinden. Nichts desto trotz gibt es einige sehr zeitaufwendige und schwierige Trophäen, die einem die Jagd sehr herausfordernd gestalten. Da wären zum einen die Singleplayer-Trophäen, bei denen man in jeder Mission eine Art Collectibles finden muss. Diese sind zum Teil schwer versteckt oder leicht verpassbar. Mit einem Guide sollte dies zwar möglich sein, die Singleplayer Kampagne durchzuspiele, braucht allerdings selbst auch schon einiges an Zeit. Ansonsten hat man natürlich typische Singleplayer und Multiplayer Trophäen. Schließe die Kampagne ab, töte im Multiplayer so und so viele Gegner, schalte Sachen frei und so weiter. Wer die Platin haben möchte, sollte sich auf viele Spielstunden und sicherlich auch etwas Frust einstellen. Frohe Jagd wünsche ich.

Fazit

For Honor ist an sich ein fetziges Spiel, welches mit ein paar Freunden noch deutlich mehr Laune macht, als allein. Die Grafik stimmt, die Steuerung ist herausfordernd und es gibt genügend Abwechslung durch ein ausgeklügeltes Kämpfersystem. Doch Ubisoft schafft es diesen wirklich guten Titel selbst fast vollständig in den Boden zu zwängen. Da Ubisoft keine dedizierten Server anbietet, ist das Spiel Online nur bedingt spielbar. Die ständigen Rauswürfe sind ungemein frustrierend und es gibt sogar schon Petitionen aus der Spielerschaft. Die Spielerzahlen sind nicht zu Letzt auch deshalb stark seit Release zurückgegangen. Man kann dem Spiel eigentlich nichts vorwerfen, da es ein wirklich guter Multiplayertitel ist, jedoch ist der Hauptaspekt, eben der Multiplayer, kaum ohne Frust zu ertragen, weshalb die Wertung nur so ausfallen kann, wie sie eben ausfällt. Vielleicht überdenkt Ubisoft die Serverfrage noch einmal. Es wäre für ein tolles Spiel zu wünschen.

 

7.0/10

Edited by Sphirex
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