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WRC 4 FIA Rally Championship im Test für PS Vita: Ein großer Racer ganz klein


supersushi
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wrc4.jpeg.9356a988e933b333cb0fe3958bbe0d8f.jpegDer italienische Entwickler Milestone schickt mittlerweile seinen 4. Ableger der Serie seit dem ersten Erscheinen 2010 ins Rennen. Auf der Vita feiert die Spielereihe nun ihren zweiten Geburtstag, weshalb wir dem Spiel zu diesem Anlass mal ordentlich unter die Haube schauen. Die Voraussetzungen für ein gutes Spiel sind gegeben, Milestone hat die offizielle FIA Lizenz und kann somit mit originalen Fahrern und Fahrzeugen aufwarten. Aber reicht das aus, um uns zu überzeugen? Das erfahrt ihr in unserem Test, der dieses Mal vom Forums-User Andara_HAG verfasst wurde.

 

Intro-vertiert – oder doch zu dick aufgetragen?

Das Intro von WRC4 startet mit einigen Live-Action Sequenzen aus der WRC selbst, es sind also Originalaufnahmen von den verschiedenen Wagen, die euch in Zeitlupe sprichwörtlich um die Ohren fliegen. Macht einen guten Eindruck und stimmt auf die bevorstehende Arcade-Racing-Action gut ein.

 

Das Menü selbst ist eher martialisch gehalten. Ohne jeglichen Schickschnack verweist es recht simpel auf die Spielmodi und Optionen, die das Spiel bietet. Minimalisten wird das sicher ansprechen, wer aufwändige Menüs mag, wird sich hier eventuell eher unwohl fühlen. Bevor man loslegt, bietet einem das Spiel ein Tutorial-Video an, welches die grundlegenden Informationen erklärt und per Ingame-Szenen untermalt. Es dauert nicht zu lange, ist gut gemacht und stimmt einen nochmal zusätzlich auf das Spiel ein.

 

Um die Eingangsfrage in der Überschrift zu beantworten: es ist eine Mischung aus beidem. Das Intro selbst gibt einem gleich einen Schub, während das Menü und die Hintergrundmusik eher ruhig und einfach gehalten sind.

 

Weltherrschaft oder alternativ vom Tellerwäscher zum Millionär

WRC4 bietet verschiedene Spielmodi, die im Vergleich zum Vorgänger auf der Vita aufgewertet und erweitert wurden. Der einfachste Modus ist der Quick Start, der euch ohne Umschweife direkt in eine Etappe einer beliebigen Rallye wirft, wo ihr sofort aufs Gaspedal drücken könnt.


Als zweite Option bekommt man den Rallye Modus geboten, welcher auch aus dem Vorgänger schon bekannt ist. Hierbei kann man sich seine individuelle Rallye zusammenstellen, was den Umfang der Schauplätze angeht, wie viele Etappen es sein sollen etc. Man kann also ebenfalls eine einzelne Strecke fahren, sich mehrere zusammenlegen oder gleich eine komplette Meisterschaft starten.


Die dritte Option ist mitgleich auch die interessanteste, weil diese bisher noch nicht vorhanden war und WRC damit Neuland betritt. Es handelt sich dabei um den Karriere-Modus. Man erstellt sich einen Fahrer, bei dem man sämtliche relevante Daten, bis auf das Portrait ändern kann. Dort muss man mit vorgefertigten Bildern vorlieb nehmen. Von dort aus geht es in das Büro, ausgestattet mit einem Laptop, einem Kalender und nebenan einer Garage. Der Laptop dient zur Kommunikation mit dem Co-Piloten, Manager oder auch für Angebote von neuen Teams. Man wird per Draft zu einer Test-Rallye eingeladen, um dort sein Können zu zeigen, schließlich sind die eigenen Vorschusslorbeeren weit voraus geeilt. Diese Rallye bestreitet man dann in einem kleinen WRC Junior Auto, da man ja ganz unten in der Klassifizierung anfängt. Ziel ist es natürlich, der neue Star der WRC zu werden, indem man sich durch die WRC Junior, WRC3 und WRC2 schlussendlich in die WRC gefahren hat. Ist man schon mal dort angekommen, strebt man auch nach dem ultimativen Titel, oder?


Als vierte Option bekommt man noch einen Multiplayer Part geboten, der so gesehen zu vernachlässigen wäre. Dies liegt an der fehlenden Möglichkeit, gegen seine Kontrahenten „sichtbar“ fahren zu können. Zugegeben, es gibt keine Kopf-an-Kopf Rennen in der WRC Realität und es sei erwähnt, dass WRC4 sehr realistisch rüberkommen möchte, aber man wünscht sich dann doch mal die Möglichkeit, seinen Gegner abdrängen zu können, damit er in die Bande kracht. So fährt man gegen den „Geist“ seines Gegners und hat so einen ungefähren Anhaltspunkt, wie man selbst im Rennen liegt. Dies würden aber auch die Zwischenzeiten tun. Wie auch schon im Vorgänger in dieser Ausführung langweilig und unkreativ.

 

WRC4 wartet insgesamt mit 13 Austragungsländern auf, die sich über den gesamten Globus erstrecken. Dort ist von Südamerika, über Skandinavien und Europa hinüber bis Australien einiges vertreten. Alles in allem gibt es 78 einzelne Etappen zu erkunden, die sich auf die oben genannten Länder verteilen. Durch die offizielle FIA Lizenz bietet WRC4 zusammengefasst 65 Fahrer-Teams und 16 Rennwagen (VW Polo, Mini Cooper, Mitsubishi Lancer) verteilt auf 55 Teams. Der Umfang ist verglichen zu WRC3 auf der Vita um einiges gestiegen, was sehr positiv auffällt.

 

Gameplay, Grafik und Sound

Zuallererst sei erwähnt, dass WRC4 für Vita-Verhältnisse gut aussieht, auch wenn es immer noch von Grafik-Referenzen wie Uncharted oder Killzone Mercenary ein gutes Stück entfernt ist, welche gezeigt haben, was auf dem Handheld möglich ist. Die Autos haben im Vergleich zum Vorgänger mehr Details verpasst bekommen, die Umgebungen wirken detailierter und die verschiedenen einstellbaren Cockpit-Perspektiven geben jedem Fahrer die nötige Übersicht über das Geschehen.
Die Strecken sind, was die Umgebungsgrafik angeht, auch verbessert worden, aber es fallen immer wieder schwammige Texturen auf und die Animationen von Wasser auf der Strecke sind sogar richtig grausig. Nun kann man sicherlich diskutieren, inwieweit man sich bei einem Arcade-Rallye-Racer das Wasser auf der Strecke anschaut, aber es fällt leider sehr auf.

 

Die Autos fahren sich sehr eingängig, die Lenkung ist direkt und man bekommt zu jeder Lenk-Aktion ein entsprechendes Feedback auf dem Schirm präsentiert. Es kann also gut passieren, dass auf schneebedeckten Strecken eine waghalsige Schlitterpartie entsteht, wenn man anfängt, mit dem Stick zu wedeln. Endet man in der Leitplanke oder an einem Baum, ist schön das Schadensmodell zu erkennen, welches WRC4 bietet. Man hat in diesem Teil sogar das Gefühl, als würde ein beschädigtes Auto Einfluss auf das Verhalten des selbigen haben. Die verschiedenen Klassenstufen von WRC Junior bis zur WRC selbst sind merklich differenziert worden, fährt man ein klein-motorisiertes Auto, ist das auch spürbar. Deutlich spürbar und das ist gut so.
Fehler werden in WRC4 bedingt verziehen, denn es gibt, wie auch schon im Vorgänger, die Möglichkeit, nach einem Fahrfehler diesen ungeschehen zu machen, indem die Szene bis vor dem Unfall zurückgespult wird, um dann noch einmal entscheidend eingreifen zu können. Dies ist aber je nach Schwierigkeitsgrad nur in kleinen Mengen verfügbar.

 

Die befahrenen Strecken fühlen sich unterschiedlich an, ebenso wie die Untergründe. Schnee ist wirklich rutschiger, das Auto bricht leichter aus und so weiter. Auf Asphalt in Spanien fährt sich das Auto wie ein Brett, während man in Skandinavien aufpassen muss, nicht irgendwo im Wald zu landen. Zudem gibt es unterschiedliche Zeiten, zu denen die Rallyes gefahren werden, auch wenn diese sich nicht wirklich unterscheiden. Sonnenaufgang, Tag und Sonnenuntergang sind die möglichen Varianten.

 

Der Sound hat wirklich überrascht, weil man ja generell auf der Vita nicht so viel erwarten würde. Pauschal sei gesagt, dass dieses Spiel mit Kopfhörern gespielt werden sollte, um den tollen satten Sound der Fahrzeuge genießen zu können. Nicht selten hat man das Gefühl, dass man die Kieselsteinschläge in den Radkästen des Wagens hören kann, während man über die Strecken brettert. Toll!
Ein Rallyefahrer ist natürlich nichts ohne seinen Co-Piloten, der einem wieder mit Rat, Tat und Navigationsbuch zur Seite sitzt. Man kann in WRC4 auch Einstellungen an selbigem vornehmen, was den Zeitpunkt der Ansagen angeht. So kann jeder Fahrer individuelle Ansagen bekommen, was ein gutes Feature ist.

 

Zwischen den Rallyes gibt es die Möglichkeit, entstandene Schäden im Service-Park beheben zu lassen, wobei man wie im Vorgänger nur 60 Minuten dafür zur Verfügung hat. Je nachdem, wie chaotisch man vorher gefahren ist, kann es also sein, dass man abwägen muss, welches Teil repariert werden soll.
Man kann auch am Auto wieder selbst Hand anlegen, auch wenn es immer noch in einem Ausmaß ist, dass Hobby-Rallye-Fahrer damit nicht glücklich sein können. Von einem Arcade-Rallye-Racer, der sich auf Purismus und Realismus versteift, könnte man sicherlich mehr erwarten.

 

 

Was macht WRC4 gut?

Positiv herauszuheben ist auf jeden Fall der Karrieremodus, der unglaublich motivierend ist, da man es hier selbst in der Hand hat, aufzusteigen um dann den Thron der WRC zu erklimmen. Ebenfalls herausragend ist der einstellbare Schwierigkeitsgrad, welcher jedem Spieler die Möglichkeit gibt, Erfolge in WRC4 zu feiern. Es empfiehlt sich allerdings nicht der niedrigste Grad mit Fahrhilfen, denn dort hat man das Gefühl, als würde das Auto auf Schienen über die Strecke fahren.
Des Weiteren ist der satte Sound positiv aufgefallen, der einem wirklich ein gutes Feeling vermittelt, was bei diesem Sport ja auch unglaublich wichtig ist. Auch die Erweiterung der Austragungsorte und Etappen gefällt sehr.

 

Was macht WRC4 weniger gut?

Gerade eben noch den Sound gelobt, gibt es allerdings auch hier Wermutstropfen, die einfach nicht hätten sein müssen. Hat man eine weibliche Co-Pilotin, die bei einem im Auto sitzt (ja, das gibt es), dann erwartet man bitte auch eine weibliche Stimme, und nicht die exakt gleiche, männliche Stimme. Das tut weh.


Milestone hatte im Vergleich zum Vorgänger versprochen, nicht mehr per Baukasten-System ihre Strecken zu bauen. Haben Sie das gehalten? Nein. Fährt man an einem Austragungsort 3-4 Etappen, sieht beinahe alles gleich aus. Man fährt in Spanien durch die gleichen zwei Brücken, in Monte-Carlo durch die gleichen beiden Tunnel, in Deutschland durch die gleichen S-Schikanen. Kennt man ein Level, kennt man gefühlt alle anderen der Rallye. Zugegeben, es ist meist spiegelverkehrt oder rückwärts, aber das macht es nicht besser. Das ist wirklich schwach und nicht mal im Vorgänger ist dies so massiv aufgefallen.


Letzter Punkt sind die wirklich miserablen Ladezeiten, die WRC4 benötigt, um nur eine Etappe eines Levels zu laden. Auf eine gesamte Etappe gesehen dauern die Ladezeiten länger als die zu fahrenden Etappen. Das ist wirklich nicht mehr zeitgemäß.

 

Trophäencheck

WRC bietet im Bereich Trophäen keine wirkliche Herausforderung, außer man macht es zu einer. Auf leichtestem Schwierigkeitsgrad gewinnt man die Rennen im Schlaf, daher ist hier auch dringend empfohlen, die Fahrhilfen auszumachen. Die meisten Trophäen sind im Karrieremodus machbar, für einzelne Trophäen muss man danach noch Einzel-Rallyes fahren, was aber zu verschmerzen ist. Weh tut allerdings der Online-Modus, den man abzuhandeln hat. Bis zu 20 Rennen fahren ist ja noch machbar, aber 3 Stunden insgesamt an Rennzeit in Online-Rennen zu verbringen, gepaart mit den gegebenen Ladezeiten? Autsch. Für Platin-Jäger sicher ein Wunschtitel, denn das Spiel ist mit wenig Aufwand gut platinierbar.

 

Fazit

WRC4 macht vieles richtig, aber auch eine ganze Menge falsch. Als Entwickler eines puristischen Arcade-Racers kann man sich nicht hinstellen und Frauen eine Männerstimme verpassen. Das zerstört die Atmosphäre, die in so einem Spiel schon wichtig ist. Darüber hinaus sind die Strecken die Story eines Racers, führen sie einen doch durch das gesamte Spiel. Muss dann alles gleich aussehen?

Der Vergleich ist wahrscheinlich ein bisschen hart, da von PS Vita auf PS3 gegriffen, aber die „Dirt“-Serie hat doch gezeigt, wie man es richtig macht. Sicherlich wird es nächstes Jahr einen weiteren Ableger geben und man kann nur hoffen, dass Milestone bis dahin an den vorhandenen Fehlern und vor allem am Level-Design und den Ladezeiten arbeiten wird. WRC4 macht Spaß, sogar richtig Spaß, aber über diese Fehler kann man nicht hinwegsehen, was dem Spiel eine richtig gute Wertung leider verwehrt.

6.5/10

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