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Foul Play im Test für die PS4: In 5 Stücken um die Welt


Kuchenlight
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foul-play.jpg2013 bereits für die XBox und den PC erschienen, hält die große Kloppereieinlage auf der Theaterbühne nun auch auf der PlayStation 4 ihren Einzug.
Ob die Aufführung das Zeug zum Publikumsliebling oder kräftige Buh-Rufe verdient hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Vorhang auf!

Man schlüpft in die Rolle von Sebastian Dashforth. Seines Zeichens englischer Gentleman und Dämonenjäger im frühen 20ten Jahrhundert.
Er ist zur Stelle um die dämonischen Schergen mit Hilfe seines Schlagstocks und seines Gehilfen Mr.Scampwick zurück in das Reich des Bösen zu kloppen.
Ihr schickt in Ägypten eine verfluchte Pharao-Mumie mitsamt ihrer Handlanger zurück in die ewigen Wickelgründe, rauft euch mit rauen Piraten in einem stürmischen Hafen, erwehrt euch des "Charmes" von Meerjungfrauen am Grunde der See und verkloppt in Transsylvanien gleichermaßen Dracula, wie auch die aufgebrachten Dorfeinwohner mit Fackel und Mistgabel.

Das sind nur ein paar der klassischen Szenarios aus der goldenen Zeit Hollywoods. Die Darstellung geht über vor lauter Klischees und das auf eine sehr positive Weise, denn die Inszenierung der Story, Charaktere und Schauplätze ist mit dem richtigem Maß an Witz versehen.
Da alles schlussendlich nur eine Theateraufführung ist, sieht es auch dementsprechend aus. Die Hintergrundkulissen passen sich eurem Fortschritt an und sehen herrlich falsch aus, man sieht bei den verschiedenen "Monstern" immer wieder die Gucklöcher für die Statisten die sich unter den Kostümen befinden und überrascht dann auch schon mal den Hausmeister, der sich gerade noch außerhalb des Rampenlichts gewähnt hat, wie er seine Mahlzeit verspeist.

In Sachen Humor und Charme trumpft das Spiel stellenweise wirklich groß auf. So ist es lustig mitanzusehen wie die besiegten Statisten-Monster heimlich von der Bühne robben oder das Pferd mit Menschenbeinen daherwackelt.
Auch in den Dialogen ist immer eine gute Prise Witz enthalten. Die Dynamik zwischen Hashforth und seinem jungen Assistenten sorgt für den ein oder anderen Schmunzler, wie auch die herrlich klischee-behafteten Gegenspieler.
Die Story an sich gerät dabei zur Nebensache, auch wenn sie sich aufbaut als wäre darin eine bedeutende Wende enthalten. Sie wird durch freischaltbare Tagebuch-Einträge aber dennoch etwas ausgebaut, für diejenigen die Interesse daran gefunden haben.

 

 

Alles für das Publikum!

Auch audivisuell macht das Spiel einen guten Eindruck. Die wohl längste Theaterbühne der Welt sprüht nur so vor Charme, wenn man sich durch die klassischen Schauplätze prügelt und das Gegnerdesign ist gleichermaßen abwechslungsreich wie abgedreht.
Die musikalische Untermalung ist zwar weniger vielfältig, dafür aber immer stimmig und unterstreicht die Präsentation passend. Sprachausgabe gibt es leider keine, was bei den guten Dialogen schade ist, wenngleich kein grosser Kritikpunkt.
Hier gilt es ja ohnehin die Fäuste sprechen zu lassen und nicht Shakespeare aufzuführen! Das Gameplay ist ein typisches Arcade-Beat Em Up. Man läuft von links nach rechts und zwischen den komischen Passagen mit den Buchstaben muss man sich als versierter, britischer Haudegen beweisen.

Den dämonischen Schurken rückt man hier entweder mit normalen Bodenangriffen und Luftkombos zu Leibe oder wirft sie quer über die Bühne. Möglichst in Richtung seiner fiesen Kameraden.
Sollten die Fieslinge ihrerseits die Frechheit besitzen sich zu wehren, gilt es ihren Angriffen entweder auszuweichen oder sie gleich zu kontern und es ihnen somit um ein Vielfaches heimzuzahlen.
Hat man dann doch mal einen kleinen Moment der Schwäche und kassiert Prügel, schadet das jedoch keineswegs der Gesundheit unseres Gentleman. Denn hier kommt das innovative Feature des Theaterstücks zum Tragen.
Stellt man sich nämlich weniger geschickt in seiner Darstellung an, senkt sich statt der Lebensanzeige das sogenannte "Mood-o-Meter". Dieses stellt, wie sollte es anders sein, die Begeisterung des Publikums dar. Für einen Entertainer ist die Unterhaltung des Publikums schließlich wichtiger als seine Gesundheit!

Neigt sich der Meter gen Nullpunkt so wird es zunächst totenstill im Publikum, gefolgt von Buh-Rufen und des schlussendlich vorzeitig gefallen Vorhangs.
Bis dies passiert muss man allerdings schon wirklich sehr fahrlässig sein, in seiner Performance. Diese und somit sich zu retten ist doch stets sehr leicht. Zumal das Blocken, Abwehren und Kontern eh selten eine schwierige Aufgabe darstellt.
Schnell findet man zur Form seines Lebens und bietet Oscar-würdige Darstellungen und ist das Mood-o-Meter erst mal voll, wird man vom Publikum frenetisch gefeiert und kann dann sogar noch einen besonderen Modus aktivieren, in dem man für jeden gelandeten Schlag die doppelte Zahl auf die Kombo aufgerechnet bekommt.

Textsicher aber ausdrucksschwach

Zusätzlich helfen verschiedene Talismane, die man freischalten kann indem man die drei speziellen Herausforderungen eines Aktes besteht. Das bedeutet manchmal einfach nur eine hohe Kombo zu erzielen oder den Level schnell abzuschliessen. Gelegentlich bestimmte Gegner zuletzt zu besiegen oder bestimmte Angriffe oft zu landen.
Also immer kloppen, kloppen, kloppen!!... und kloppen... und kloppen...
Womit auch der faulige Teil des Spiels angesprochen wäre. Denn so lustig sich solche Sidescroll-Prügler sonst eigentlich spielen können, so wird Foul Play leider sehr schnell eintönig. Die Move-Palette des alten Dämonenjägers ist sehr begrenzt und so ertappt man sich 3/4 des Spiels, wie man einen Kampf nach dem anderen kämpft, die sich alle gleich spielen.

Denn der Abwechslungsreichtum der Gegner beschränkt sich leider auf ihr Äußeres.
Es gibt gerade mal eine handvoll Gegnertypen, von denen sich die meisten auch noch sehr ähnlich sind und es wird meist einfach nur monoton die Reihenfolge der üblichen Manöver abgespielt. Zwar gibt es ein Level Up-System und mit jedem Levelanstieg lernt Dashforth einen neuen Angriff, diese sind aber größtenteils nur leicht abgeänderte Versionen von den Standard-Fähigkeiten.
Besonders negativ anzumerken sind hier leider die etwas größeren Gegner und auch die Bossgegner. Erstere tauchen in den Akten in relativ großer Zahl auf und man kloppt gerne mal eine gefühlte Ewigkeit auf sie ein, bevor sie denn endlich liegenbleiben.
Das gerade die Bossgegner auch mehr Ärgernis als Ereignis sind, ist natürlich bedauerlich. Zwar sind auch sie, wie fast alles in dem Spiel, visuell wirklich ansprechend dargestellt, spielerisch unterscheiden sie sich aber nur marginal vom üblichen Fußvolk.
Nur das sie viel mehr Energie haben und man bei ihnen NOCH länger draufkloppt. Darunter haben Dashforths Schlagstock wie auch die Motivation des Spielers deutlich zu leiden.

Es bietet sich natürlich an den Spielspaß und die Abwechslung etwas zu erhöhen, indem man sich einen zweiten Spieler zur Hilfe ruft. Dieser übernimmt dann die Rolle vom jungen Mr.Scampwick und steht euch dann tatkräftig zur Seite!
Wenn es mit dem Duett denn klappt, heißt das. Denn leider hat die Mehrspieler-Funktion unter massiven Problemen zu leiden. Spiele findet man nur äußerst selten, auch auf Verabredung. Wenn man dann doch mal das Glück hat die Verbindung zu jemanden gefunden zu haben, bricht diese meist einfach wieder ab. Das passiert sogar beim lokalen Co-Op mit einem zweiten Controller, was sehr ungewöhnlich ist.
Hier muss noch dringend dran gearbeitet werden, wenn das Feature zum Spielerlebnis beitragen soll.

Trophäen-Check: The Show Must Go On!

Für einen Titel mit seiner Grösse kommt Foul Play überraschenderweise mit einer Platin-Trophäe im Gepäck, die es gilt hervorzuwühlen.
Den Grossteil schaltet man hier beim normalen Durchspielen frei. Der Rest stellt sich dann gar nicht so leicht dar, wie man vermuten würde.
Es gilt alle 22 Akte mit der Bestwertung von 5 Sternen abzuschließen und vielleicht noch kniffliger, in jedem Akt die drei Zusatz-Herausforderungen zu bewältigen.
Die kann dann doch schon mal etwas knackiger und gelegentlich auch etwas frustrierend werden, da z.B. die Kollisionsabfrage nicht immer ideal ist und so gern mal eine wichtige Kombo unterbrochen wird, die man zum erfolgreichen Abschluss der Aufführung braucht.
Mit etwas Engagement ist die Platin aber gut zu bewältigen. Zumindest wenn man die Verbindung zu einem zweiten Spieler bzw. zweiten Controller bewerkstelligt bekommt, da eine Trophäe im Co-Op erspielt werden muss. Hat man die Verbindung zum Partner jedoch erstmal, ist die Anforderung dafür aber immerhin kaum nennenswert.

 

FAZIT

Foul Play ist für mich eine recht tragische Angelegenheit. Ich mag die Inszenierung, rund um die Theateridee sehr gern und auch das Genre liegt mir eigentlich sehr. Die vielen kleinen und großen Unzulänglichkeiten trüben den Eindruck jedoch sehr stark. Etwas mehr Vielfalt im Gegnerdesign, eine etwas größere Auswahl an Fähigkeiten und vielleicht verschiedene Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung oder Items hätten hier Wunder bewirken können. So ist es ein ganz netter Prügler, der leider hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

 

5 von 10

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