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LEGO Marvel Avengers im Test für die PS4: Stein um Stein


Souly
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Einmal ein Held sein wie Captain America, schlau wie Iron Man, stark wie der Hulk oder so schöne lange blonde Haare wie Chris Hem…ich meine Thor. Wer hat sich nicht schon einmal die Möglichkeiten ausgemalt, die man als Superheld so hätte. Nun gibt es zumindest die Chance virtuell in eine Heldenrolle zu schlüpfen. Traveller’s Tales wirft mit Marvel’s Avengers nun das 17. Lego-Spiel auf den Markt und versucht euch in den Bann des Marvel-Universums zu ziehen. Ob es gelungen ist oder sich der Loki eingeschlichen hat, erfahrt ihr wie immer bei uns im Test.

PS4 | Platin | USK12

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Warner Bros. Interactive Entertainment
ENTWICKLER: Traveller's Tales
GENRE: Action-Adventure
SPIELER: 1 - 2
HDD: mind. 14,49 GB
AUFLÖSUNG: 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN: Ja

 

Was sehen wir heute? Lego? Achso, Lego…schon wieder Lego.

Siebzehn Lego-Spiele. Das ist mal eine Hausmarke und damit eine der erfolgreichsten Spieleserien die es gibt. Das Erfolgskonzept bleibt dabei eigentlich immer gleich: Man suche sich ein Setting heraus, dass es so noch nicht in vielen Spielen gibt, Münze das Ganze in eine Lego-Welt um und implementiere haufenweise sammelwutauslösende Elemente. Damit fährt Traveller’s Tales bisher sehr gut.

Anders als in Marvel Super Heroes, hangelt sich Avengers in der Story komplett an den bekannten Film-Blockbustern entlang. Wer die Filme gesehen hat, wird neben ein paar plumpen Gag-Einlagen jeden Storyabschnitt wiedererkennen. An der Story erkennt man aber eben auch, dass sich stark an den Filmfans orientiert wird, denn wer die Filme nicht kennt, wird die Storyschnipsel als eine Art Collage von Szenen erleben, mit denen er nicht viel anfangen oder eine zusammenhängende Story erahnen kann. Schön ist, dass sich nicht ausschließlich auf Avengers bezogen wird, sondern auch die Filme der Einzelpersonen wie Captain America noch einmal Einzug finden. So muss man sich zum Beispiel noch einmal mit der Hydra herumschlagen.

Wer mit den Lego-Spielen nicht vertraut ist, bekommt leider zu Beginn keine großartige Einführung in die Steuerung. So muss man am Anfang etwas ausprobieren und selbst herausfinden, was die einzelnen Tasten denn eigentlich wirklich machen. Es gibt zwar hin und wieder ein paar Steuerungshinweise in Form eines anzuhauenden Avengers-Symbols, diese erklären aber nur Spezialfälle, sodass man die Grundsteuerung eben alleine erforschen muss.

 

 

Hallo? Wer spricht da?

Wer sich echtes Filmfeeling mit dem neuen Lego-Teil erhofft, wird leider enttäuscht werden. Die Synchronisation ist wirklich sehr schlecht. Wo im Englischen wenigstens noch originale Filmton-Ausschnitte verwendet werden, gibt es im Deutschen nur eine vollständig neue Synchronisation mit nahezu keinem der Originalsprecher. Die Stimmen wirken mit ihren wenigen Wortfetzen vollkommen aufgesetzt und auch irgendwie verloren. Stimmung kommt da nicht auf.

Die Soundeffekte wiederum sind sehr gut gelungen. Überall kracht und rumpelt es, man kann die Düsen von Iron Man quasi durchs Wohnzimmer sausen hören und auch das Geklimpere von Lego-Steinchen klingt authentisch. Schade, dass man bei der Synchronisation so gespart hat, denn sonst hätte man eine wirklich schöne Filmatmospähre schaffen können, die selbst nicht-Filmkenner in ihren Bann hätte ziehen können.

Denn auch die Optik ist wirklich gelungen. Die Kartensettings sind, für eine Lego-Welt, sehr detailverliebt und überall blinkt und blitzt irgendetwas. Die Charaktere sind schön designed und Licht und Schatten tragen in den jeweiligen Szenen zu einer entsprechenden Stimmung bei. Die Zwischensequenzen sehen ebenfalls sehr schön aus, wie aus dem heimischen Kinderzimmer und für Legoteilchen kann man hier wirklich nur Respekt an die Entwickler zollen. Das Konzept wurde hier bestmöglich umgesetzt, gibt’n Däumchen.

Gotta catch em all!

Oh…falsches Spiel. Aber dennoch ist das Prinzip des Sammelns ein in Lego-Spielen so dominanter Aspekt, wie die Frage wie ich eigentlich zwei aufeinanderliegende Zweiersteinchen jemals wieder auseinander bekomme. Man kann auch in Avengers eigentlich die komplette Welt auseinanderkloppen, um so an die begehrten kleinen Plastikteilchen zu kommen, mit denen man Charaktere freischalten und sich neue Kostüme kaufen kann. So verbringt man in einem Level schon einmal das Dreifache der eigentlichen Zeit, nur um auch wirklich jedes Blumenbeet kurz und klein gehauen zu haben.

Warum das ganze Gesammel nur für ein paar Charaktere? Nun, die Level sind so designed, dass man versteckte Areale nur mit bestimmten Fähigkeiten der jeweiligen Charakter erschließen kann. So kann Hawkeye besonders harte Legokisten knacken und Iron Man mit seinen Laser-Augen goldenes Legomaterial schmelzen. Warum Hulk keine harte Legokisten oder goldenes Material zerfetzen kann, wird wohl ein Rätsel bleiben, aber man soll die Level ja auch alle mindestens noch 20 Mal spielen, um auch wirklich alles zu bekommen.

Apropos Rätsel, Avengers ist im Gegensatz zu manch anderem Lego-Ableger weniger auf Rätsel als auf den Kampf ausgerichtet. Es gibt zwar ein paar Passagen, bei denen man die Umgebung etwas absuchen muss, diese sind aber kaum nennenswert. Dafür kommen umso mehr Gegner um die Ecke, die einem das Legoleben schwer machen wollen und das ganz in Call of Duty Manier in Endlosschleife. Das kann unter Umständen schon mal ziemlich nerven, wenn man die Umgebung zerpflückt und stets und ständig ein kleiner Trupp Soldaten anmarschiert kommt.

Gäähhhhnn…

Der größte Kritikpunkt an den Traveller’s Tales Spielen ist diese absolute Eintönigkeit. Dass eine so lange Spielereihe mit nahezu gar keinen Innovationen so erfolgreich sein kann, ist für mich ehrlich gesagt völlig unverständlich. Die Spiele mögen für die Zielgruppe durchaus angemessen sein, aber wenn man jahrelang ein und dasselbe Spiel veröffentlicht, nur mit einem anderen Setting, dann kann es schon wirklich sehr öde werden. Kennt man Harry Potter, dann kennt man auch Herr der Ringe, den Hobbit und eben auch die Avengers. Alles immer dasselbe. Never change a running system, sagt man sich da wohl.

Damit reiht sich Traveller’s Tales in große AAA-Spielreihen, die jedes Jahr einen neuen Ableger bekommen, nahtlos ein. Hier kann man als passionierter Gamer nur hoffen, dass es dafür irgendwann die Quittung gibt, denn nichts schadet einer Spielereihe mehr als Kreativ- und Innovationslosigkeit.

Ein Open-World Lichtblick

Betrachtet man das Spiel fair, kann man aber auch nicht behaupten, dass es gar nichts „Neues“ gibt. Lässt man den Story-Modus hinter sich, erwarten einen Open-World-Areale wie Manhattan oder Asgard. Hier kann man sich mit allen freigespielten Helden durch die Stadt kloppen, Nebenmissionen absolvieren und weitere Charaktere und Boni freischalten.

Das ist der deutlich lustigere Modus, wenn auch jetzt keine neue Erfindung im Spielegenre. Hier kann man sich auch wirklich eine ganze Weile lang aufhalten und beschäftigen. Ihr wolltet schon immer mal mit dem Hulk an einem Wolkenkratzer hochklettern und wie King Kong auf dem Dach rumhüpfen? Kein Problem, dank stahlharter Fäuste, die sich in das Mauerwerk bohren.

Frieden für unsere Zeit

Die Trophäen in Avengers sind ein für Lego-Spiele eher einfaches Unterfangen. Story durchspielen, Charaktere sammeln und in bestimmten Kombinationen spielen, Sammelgegenstände sammeln. Wer andere Lego-Platins hat, wird diese recht leicht empfinden. Anzumerken ist, dass TT bei den Trophäen durchaus Sinn für Humor und Kreativität zeigt, zumindest was die Namen angeht. So gibt es allerlei Anspielungen auf die Namen der Superhelden (Fast and the Fury Us, Anspielung auf Quicksilver und Nick Fury) und ihren Fähigkeiten.

Persönliches Fazit

Ich persönlich kann dieser Reihe nichts abgewinnen. Avengers ist nun der dritte Ableger den ich angespielt habe und die Innovationslosigkeit finde ich einfach frustrierend. Nach 17 Spielen finde ich es mittlerweile auch gerechtfertigt, wenn man das so langsam mal stark in die Wertung mit einbezieht. Es ist mir bewusst, dass die meisten wohl meine Wertung nicht nachvollziehen können, aber würde man ein 17. Witcher ohne Neuerungen oder kreativen Ideen immer noch hoch bewerten? Ich finde nicht und deshalb ist dies auch mein Hauptkriterium für die schlechte Wertung.

Dennoch möchte ich hier keine „Hater“-Wertung schreiben. Wer die Lego-Spiele mag und wem es nicht langweilig geworden ist, wird auch hier seinen Spaß haben und für Marvel-Fans findet sich auch genügend Motivation. Die Gags sind für die Zielgruppe angemessen, aber Humor ist eben reine Geschmackssache und mir sind die Witze einfach zu platt und infantil.

Ich muss auch zugeben, TT schafft es immer wieder ein fetziges Koop-Spiel aus den Lego-Teilen zu machen, sodass man zu zweit mit dem Partner oder einem Kumpel auch viel Spaß haben kann. Es kommt für mich zwar nicht an Rayman oder Little Big Planet heran, aber trotzdem kann man dafür durchaus ein Lob aussprechen. Wer also ein Spiel für den Couch-Coop sucht, kann bei den Lego-Games bedenkenlos zugreifen.

5.5/10

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