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Battleship im Test für PS3: Von der Kinoleinwand in die heimische Konsole


frozenaut
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Es sollte eigentlich nur ein harmloses Flottenmanöver der US-Marine werden. Mehrere Schlachtschiffe versammeln sich um die hawaiianischen Inseln, Soldaten gehen ihren Aufgaben an den Traumstränden eben dieser Inseln nach. Diese Ruhe ist allerdings nur von kurzer Dauer. Wie aus dem nichts findet sich der US-Soldat Cole Mathis inmitten einer außerirdischen Invasion, die sich Hawaii als Startpunkt gesetzt hat. Gewaltige Alienschiffe tauchen auf dem Wasser auf, errichten undurchdringliche Schilde über die Inseln und schicken ihre Bodentruppen an die Küsten.

Gefangen in diesen Kuppeln liegt es an Cole Mathis die Bedrohung zurück zu schlagen und die Menschheit vor der Vernichtung zu bewahren. Battleship führt diese Schlacht auf ein neues Terrain: das Wasser. Cole Mathis muss sowohl die Fußtruppen am Boden als auch die Schiffe auf See in Schach halten. Ob diese Mischung funktioniert und es wirklich eine sinnvolle Idee war das weltbekannte "Schiffe versenken" in ein Videospiel zu verwandeln, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Die Grenzen des Shooters übertreten

Battleship wirbt damt, eine perfekte Mischung aus Ego-Shooter und Strategie-Spiel zu sein. Dies ist zumindest Mal eine innovative Idee inmitten der großen Konkurrenz, gerade im Ego-Shooter Bereich. Im Großen und Ganzen funktioniert diese Mischung auch recht gut. Die Steuerung von Cole Mathis funktioniert so, wie man es aus anderen Shootern bereits gewohnt ist. Schießen, zielen, nachladen, alles schnell per Knopfdruck erledigt. Man hat allerdings kein Fadenkreuz, was das Zielen ein wenig anspruchsvoller macht.

Der Strategie-Part ist gut in den Shooter-Alltag integriert. Per Knopfdruck wechselt man auf eine Karte des Spielfeldes. Dort ist das Wasser rundum die Insel, auf der Mathis sich gerade befindet, in Raster eingeteilt. Dies erinnert dann stark an den Ursprung des Spiels: "Schiffe versenken". Allerdings kann der Spieler hier seine Schiffe steuern und so positionieren, dass sie Mathis mit Raketen, Torpedos oder Ablenkungsmanövern tatkräftig unterstützen können. Der Spieler muss beim Spielverlauf immer ein Auge auf seine Schiffe auf See haben, da außerirdische Schiffe immer wieder auftauchen, um die menschlichen zu versenken.

 

Abwechslung, die gibt's nicht

Diese Mischung der Genres verspricht viel. Allerdings bleibt Battleship dabei deutlich hinter seinen Möglichkeiten. Die Idee, die Genres zu vermischen, ist eine gute. Sie wurde aber zu wenig umgesetzt. Von den nur 7 Levels, die Battleship bietet, laufen alle gleich ab. Mathis startet an Punkt A und muss zu Punkt B gelangen. Dabei Aliens töten und seine Schiffe auf Verteidigungspositionen bringen. Die Level sind alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: ein kurzer Abschnitt zum Luft holen, dann ein größeres Areal mit Aliens, dann wieder ein kurzer, enger Pfad ohne Gegner und hinter der nächsten Ecke findet sich wieder ein etwas größeres Areal mit Feinden, die es auszuschalten gilt. Dazu kommt, dass die ohnehin spärlich designten Level sich wiederholen. So muss Mathis z.B. in einer Mission ein Geschütz ausschalten, um dann 2 Level später exakt den gleichen Weg noch ein mal zu laufen, um es wieder anzuschalten.

Abwechslung soll dabei das Interagieren mit den Schiffen bieten. Über das Schiffsmenü kann der Spieler die Schiffe befehligen, das normale Spielgeschehen pausiert dabei. Von Mathis getötete Feinde lassen sogenannte Joker fallen, mit denen die Schiffe aufgerüstet werden können. So kann wahlweise die Angriffskraft oder die Schilde erhöht werden. Man sollte aber genau darauf achten, welches Schiff man womit aufrüstet, da diese nur eine begrenzte Anzahl an Jokern aufnehmen können. Den interessantesten Joker stellt aber der "Schiffskontroller"-Joker dar, da der Spieler mit diesem wirklich Kontrolle über die Waffen eines Schiffes übernehmen kann. Damit verlässt man das normale 2D-Feld des Schiffsmenüs und wechselt in eine 3D-Sicht. Hier können die Waffen des Schiffes manuell abgefeuert und das Alien-Schiff vom Spieler selbst versenkt werden. Dies sieht ganz gut aus und macht auch Spaß.

 

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So kompliziert ist das gar nicht

Der für den normalen Spieldurchlauf vorgesehene Schwierigkeitsgrad "Normal" geht recht gut von der Hand. Battleship führt auch ungeübte Spieler gut in das Geschehen eines Shooters ein. Man bekommt zu Beginn alle wichtigen Bewegungen erklärt. Der Spieler sollte zu Beginn aber gut zuhören, da man dort erklärt bekommt, wie man seine Schiffe taktisch positioniert und am besten einsetzt. Hat man das nicht richtig mitbekommen, kann das später Auswirkungen auf den Frustfaktor haben. Feindliche Seeschiffe sollten vorrangig versenkt werden, da diese sonst die Verteidigungspositionen auf See einnehmen können und den Spieler vom Wasser aus angreifen können. Diese in Schach zu halten und zu besiegen ist allerdings keine große Herausforderung.

Die feindliche K.I. der Bodentruppen funktioniert ganz gut. Diese gehen in Deckung und stellen nicht bloß Schießbudenfiguren dar. Wirklich fordernd werden sie aber auch erst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad "Admiral", der vorallem für Trophäensammler interessant sein dürfte. Dort wird das Spiel anspruchsvoll, der Spieler muss taktisch mitdenken, seine Schiffe richtig einsetzen und auf keinen Fall die Deckung vernachlässigen, da die Checkpoints oft ungünstig gesetzt sind und man notfalls sehr viel erneut spielen muss, falls man stirbt. Wenn man also nicht bloß einen mehr oder weniger langweiligen 0815-Shooter haben möchte, sollte man unbedingt den höchsten Schwierigkeitsgrad wählen.

 

Umfang sieht anders aus

Battleship beschränkt sich im Umfang leider auf das Nötigste. Die Spieldauer ist ziemlich kurz, da die lediglich 7 Level schnell durchgespielt sind. Diese wurden, wie bereits erwähnt, kaum abwechslungsreich entwickelt. Die groß angekündigte Alien-Invasion beschränkt sich leider nur auf 3 verschiedene Gegner-Typen: die normalen Fußsoldaten, etwas größere Feinde, die sich auf den Nahkampf spezialisiert haben und rollende Feinde, die bei Kontakt explodieren. Die Feinde innerhalb ihrer Klassen sehen ebenfalls alle komplett gleich aus Und mal ehrlich, wie soll damit eine Invasion der Erde gewonnen werden?

Aber nicht nur die außerirdischen Streitkräfte sind schwach ausgerüstet. Es gibt gerade mal 5 verschiedene Waffen, die man im Spielverlauf finden kann. Davon lassen sich dann auch nur maximal 2 gleichzeitig tragen. Eine Schroftlinte, eine Pistole, ein Maschinengewehr, eine Railgun und eine Alien-Waffe, das wars. Auch das Bonusmaterial kann nicht wirklich als solches bezeichnet werden. Es gibt einen gefühlt 10 sekündigen Werbefilm für die US-Marine und eine paar Bilder der im Spiel vorkommendenn Feinde und Schiffe, was ja bekanntlich nicht wirklich viele sind. Das ganze wirkt eher so als ob den Entwicklern vorgeschrieben wude, dass sie Bonusmaterial reinbringen sollen, aber nicht wirklich Lust drauf hatten.

 

Eine simple Filmversoftung?

Das Spiel Battleship wurde passend zum gleichnamigen Kinofilm veröffentlicht. Dieser weiß durchaus mit seinen großen Actionszenen zu überzeugen. Spiele zu Filmen haben ja eigentlich den Ruf weg, dass sie nicht sonderlich gut sind. Bei der PS3-Umsetzung wäre es diesmal aber wünschenswert gewesen, wenn es mehr vom Film gehabt hätte. Das Spiel verzichtet komplett auf die Charaktere aus dem Film, soll eine Art Stand-Alone darstellen und spielt eine Nebengeschichte. Unterm Strich hätte Liam Neeson dem Spiel bestimmt gut getan.

Die Story ist bei beiden allerdings recht flach gehalten. Ein einzelner Marine, dem man es zu Beginn nicht zugetraut hätte, soll die Welt praktisch alleine als Held vor einer Alien-Invasion retten. Dass es sich bei der PS3-Version um einen Bombenspezialisten handelt, macht das ganze noch ein wenig unrealistischer, als ohnehin schon. Warum gerade dieser dann noch alleine die Befehlsgewalt über riesige Schlachtschiffe auf dem Meer hat, kommt auch nicht wirklich deutlich rüber.

Die Bildgewalt des Films wurde leider nicht auf die Konsole übertragen. Die Grafik ist durchaus akzeptabel, besonders aufs Wasser wurde Wert gelegt. Aber wirklich beeindruckt ist man davon nicht. Gut gelungen ist aber der Soundtrack. Wenn man feindliche Schiffe versenkt hat sorgt die Musik dafür, dass man sich gleich noch ein Stück prachtvoller dabei fühlt.

 

Fazit

Wenn man von der Story absieht, ist es ein recht durchschnittliches Spiel. Es bietet nicht viel Abwechslung oder Umfang. Die Mischung aus Shooter und Taktik funktioniert aber ganz gut. Die Steuerung funktioniert gut und die Animationen der Feinde, wenn sie erledigt wurde, sehen auch gut aus. Außerdem macht es Spaß die Kontrolle über die Schiffe zu ergreifen und damit selbstständig außerirdische Schiffe abzuschießen. Unterstützung der Schiffe anfordern und genüßlich zuschauen, wie die Aliens davon fertig gemacht werden ist ebenfalls gut.

Es ist ein nettes Spiel für zwischendurch, nicht mehr, nicht weniger. Verglichen mit anderen Shootern kann es jedoch nicht bestehen. Die Idee, Taktik und Shooter auf diese Art und Weise zu kombinieren, ist eine innovative, die allerdings besser hätte umgesetzt werden können.

 

4/10

     

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